Teenagerpsychologie

Schizophrenie
 
Von frühester Kindheit an trug ich ein seelisches Leid in mir  :  das Gefühl einer qualitativ extrem schlechten Kommunikation. Deshalb wurde das Lesen von Büchern und das Spielen des Klaviers zu einer intensiven Leidenschaft. Die „oberflächliche Harmonie“ in unserer Familie war wohl in erster Linie ein inszeniertes Theater. In den klaren Formen der klassischen Musik fand ich dagegen eine echte originäre Menschlichkeit ohne jede Künstlichkeit und Heuchelei.
 
Ich freute mich über die wissenschaftlicher Erziehung in der Schule, doch eines Tages spürte ich die innere Notwendigkeit, in den normalen Schulalltag hinein Fragen zu stellen, die nichts mit dem Inhalt des Unterrichts zu tun hatten. Ich kam zu einem Beratungslehrer und genoss dort eine Art Privatunterricht. Ich fand das super und war dafür sehr dankbar.
 

Mit 16 allerdings begann meine Schizophrenie, und die medizinischen Gründe, die dafür verantwortlich waren, werden wahrscheinlich ganz verschieden eingeschätzt. Zwanzig Jahre später- ich fühle mich seelisch so gesund wie in jungen Jahren, bin ich in der Lage, meine eigene Einschätzung zu diesem Thema zu präsentieren. Ich wäre ja gerne ein braver Schüler geblieben, aber die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichem Schein und gefühlter Realität ließ dieses nicht zu.


 Ich habe verständlicherweise den Wunsch, mein Leben in Ordnung zu bringen, und schreibe mit diesem Buch sozusagen meine private kleine Doktorarbeit......

Ich bin von der Richtigkeit meiner Darstellungen überzeugt, auch wenn sie kein Rezept für eine erfolgreiche Lebensgestaltung sind- wohl aber eine Rettungsleine vor einem Fall in tiefere Abgründe- bis jetzt. Ich wünschte mir, wieder vor so einem Lehrer zu stehen und ihm die Ergebnisse meiner Nachforschungen präsentieren zu können. Die Macht, Dinge zu ändern, liegt nicht in meinen Händen. Ich kann nur die Wirklichkeit beschreiben, so, wie ich sie sehe.


 Nähme ich Rücksicht auf persönliche Eitelkeiten, wäre die Chance auf objektive Berichterstattung wohl gleich null. Ich hasse keine Menschen, ich hasse nur die Oberflächlichkeit. Wirkliche Seelentiefe hat nichts mit intellektueller Brillanz oder Alltagsgewäsch zu tun. Ich bin in Gedanken wieder ein junger Mensch, der über die Hintergründe der menschlichen Existenz nachdenkt. Vielleicht ist es ein existenzialistischer Roman oder auch nur das erschütternde Bekenntnis eines Geisteskranken. Urteilen Sie selbst.

17.11.07 23:40

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